Lagotto Schnitt


Wie trimme ich einen Lagotto Romagnolo?

Was ist der rassetypische Schnitt?

Wird die Brust betont oder eher vorne gerade hoch geschnitten?

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Viele Fragen...

Cesare auf dem Schertisch beim Profi Antonella Bussi (im Bild rechts)
Cesare auf dem Schertisch beim Profi Antonella Bussi (im Bild rechts)
Foto: Paola Unger

Schaut man nördlich der Alpen, sieht man oft Lagotti mit viel Fell und aufgeplustertem Kopf, Augen verhangen und Beine mit viel Fell. In Italien mag man es eher mehr körperbetont und sieht nicht gerne den schon von Natur aus großen Lagottokopf noch mit langem Fell hervorgehoben. Die Augen sollen frei sein, denn schließlich ist der Lagotto Romagnolo ja ein Arbeitshund und im Team Mensch und Hund ist es wichtig, dass man sich in die Augen sehen kann.

Aber, wenn sich die Fachleute nicht einig sind wie genau der rassetypische Lagottoschnitt ist, wie soll man dann selbst seinen Lagotto schneiden? Nun, letztlich entscheidet der eigene Geschmack über den richtigen Schnitt - man sollte seinen Hund so schneiden, wie man ihn am liebsten sieht.

Für Anfänger sei gesagt, nur Mut, das Fell wächst ja wieder nach, am Körper ca. 1cm je Monat an Kopf und Beinen dauert es etwas länger. Deshalb sollte man erst mal am Rumpf üben und sich bei Kopf und Beine helfen lassen.

Was hat es mit den Schnittlinien auf sich?
Sieht man sich den Lagotto von der Seite an, so hat man ein Profil, welches durch einige Linien gekennzeichnet ist, nämlich:
- die Rückenlinie
- die Bauchlinie

Lorenzo auf dem Schertisch bei Giovanna Pascale in Italien
Lorenzo auf dem Schertisch bei Giovanna Pascale in Italien
Foto: Günter Zeidler

Es gibt ein paar Stellen, da kann man ruhig bis auf wenige Millimeter runter schneiden ohne etwas falsch zu machen. Der Lagotto Romagnolo sollte im Seitenprofil einen quadratischen Körper haben, d.h. Schulterhöhe und Länge des Hundes sollten im Idealfall gleich groß sein.
Wenn man Hinterteil unter Rute und vorne an Hals und Oberbrust stark zurückschneidet, wird die quadratische Form des Lagotto Romagnolo begünstigt und man hat schon mal einen großen Schritt getan.
Ebenfalls einfach ist es mit der Rute, sie wird in Karottenform geschnitten. Wenn man einfach wenig Fell an der Rute belässt, entsteht die Karottenform von ganz alleine.

Lorenzo auf dem Schertisch bei Angela Tagliaferri
Lorenzo auf dem Schertisch bei Angela Tagliaferri
Foto: Günter Zeidler

Lagotto Baden und Fönen

Den Lagotto vor dem Scheren zu Baden und danach zu Fönen, hat folgende Vorteile:
Durch gründliches Baden mit Schampo werden Verunreinigungen wie Schmutz, Erde, Kletten und dgl. ausgewaschen, was später beim Schneiden die Scheren nicht so schnell abstumpfen läßt.
Wird das Fell nach dem Baden trocken gefönt, verliert der Lagotto seine Locken und wirkt aufgeblustert. Wird das Fell jetzt geschoren, behält der Lagotto - Schnitt länger bzw. dauerhafter seine rassetypische Form.
Möchte man das Baden und Fönen umgehen, muss das Fell vor dem Scheren gründlich trocken ausgebürstet und möglichst alle Verfilzungen ausgekämmt werden. Auch jetzt verliert der Lagotto durch das Bürsten seine Locken und kann darauf folgend geschnitten werden. Nach dem Scheren einfach das Fell noch mal nass machen und an der Luft trocknen lassen, dann drehen sich die Locken, welch Wunder, wieder hinein.
Wer schon mal die Möglichkeit hatte, dass sein Lagotto im Meer baden konnte, wird bestätigen können, dass sich dann beim Trocknen die schönsten Naturlocken rein drehen.


Das Welpenfell und sein Schnitt

Paola Unger mit Lorenzo beim Welpenschnitt
Paola Unger mit Lorenzo beim Welpenschnitt
Foto: Günter Zeidler

Anfangs haben die Welpen weiches glattes Haar und den berühmten Welpenduft, der bei erwachsenen Tieren meist Schutzinstinkte auslöst.
Die typischen Lagotto-Locken entwickeln sich dann nach und nach. Wenn man das Lagottowelpen ,mit zwei Monaten oder ein bißchen später bekommt, sollte man in den ersten Monaten ca. bis Beginn der Jugendklasse (ab 9 Monate) von Zeit zu Zeit das Welpenfell auf ca. wenige Millimeter herrunter schneiden.
In Züchterkreisen höre ich immer wieder, dass durch das starke Zurückschneiden des Welpenfelles bis auf wenige Millimeter das Fellwachstum angeregt wird, das Fell dadurch dichter wird und sich die Locken besser ausbilden.
Nun, gut ist auf jeden Fall, dass der Welpe die Schneideprozedur kennen lernt und sich auch daran gewöhnt, dass an ihm mit allerlei Scheren, Bürsten und Kämmen rumhantiert wird.
Auch an die Geräusche von Fön und Schermaschine kann er sich da schon mal gewöhnen.